Die Kaiserthermen in Trier

In Trier sind zwei der drei größten Badeanlagen des Römischen Reiches zu finden. Da sind einerseits die Barbarathermen und andererseits die Kaiserthermen. Und zu Recht gehören die Kaiserthermen neben der Porta Nigra zu den bekannten Wahrzeichen der Stadt.

Die Kaiserthermen wurden gegen Ende des 3. Jahrhunderts erbaut. Sie waren Teil des großzügig angelegten Ausbaus der neuen Kaiserresidenz Augustus Treverorum, dem heutigen Trier. Allerdings gehen Archäologen heute davon aus, dass diese Badeanlage nie in Betrieb gegangen ist. Denn wichtige Installationen zur Wasserversorgung sind nicht ausgebaut worden. Übrigens wurde der Platz, an dem die Kaiserthermen stehen, sehr bewusst ausgewählt. Denn hier fließen der Altbach und das Herrenbrünnchen vorbei, sodass eine Versorgung mit Frischwasser stets sichergestellt war. Auf diese Tatsache lassen sich auch die heute noch benutzen Straßennamen Weberbachstraße und Gerberstraße zurückführen. Denn dort, wo viel Wasser fließt, ließen sich im Mittelalter die Gerber und Weber nieder.

Mit einer Größe von 250 x 145 Metern stellen die Kaiserthermen schon von außen einen sehr imposanten Bau dar. Direkt durch den Eingang im Westen der Kaisertherme wird man auf einen großen Sportplatz geführt. Daran schließt unmittelbar das Brunnenhaus, das sogenannte Nymphäum an. Von dort aus gelangt der Besucher zu den eigentlichen Bädern, die typischerweise in Kaltbad, lauwarmes Bad und Warmbad unterteilt wurden. Riesige Kuppelbauten umschließen diese Hallen, die von innen mit Marmor ausgekleidet waren.

Auch die Kellergewölbe sind zu besichtigen. Hier befindet sich ein wahres Labyrinth an Gängen, die dazu dienten, die Wärmeversorgung und Wasserversorgung sicherzustellen. Auch Wartungsarbeiten oder Botengänge konnten über diese unterirdischen Gänge erfolgen.

Da die Kaiserthermen nie als Badeanlage genutzt wurden, gab es über die Jahrhunderte hinweg einige unübliche Nutzungen für diese riesige Anlage. Noch in der Römerzeit wurde die Anlage auch als Kaserne benutzt. Hier konnten etwa 800 bis 1.000 berittene Soldaten nebst ihren Pferden Platz finden.

Im Mittelalter wurden Teile der Kaiserthermen als Steinbruch genutzt. Denn die hier eingesetzten hellen Steine waren genauso beliebt wie die roten Ziegel. Sowohl Stadtadel als auch Siedler lebten in den Thermen. Später entstand hier ein Nonnenkloster und Teile wurden in die Klosterkirche St. Agnes und später St. Gervasius umgebaut. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die Kirchen aber zurückgebaut.

Während der Neuzeit wurde die Kaisertherme wieder als Wohnanlage und Kaserne benutzt. Leider wütete auch hier der Zweite Weltkrieg und Teile der alten Anlage wurden in der Folge zerstört. Um diesen Prachtbau zu erhalten begannen Ende des 20. Jahrhunderts einige Sanierungsarbeiten, von denen manche nicht unumstritten waren.

Heute ist die Kaisertherme in das Leben der Trierer Bevölkerung integriert. Auf dem Sportplatz finden Veranstaltungen statt und der ehemalige Warmbadesaal wurde zu einem Theater umgebaut. Unweit der Kaiserthermen befindet sich das Trierer Stadtbad.

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